Unter „Dekantieren“ versteht man das vorsichtige Umfüllen des Weines aus der Originalflasche in einen anderen Behälter. Ziel ist die Trennung der Flüssigkeit von einem Depot, das der Wein in der Flasche abgesetzt hat.
Junge Weine
Junge Weine sollte man nicht dekantieren, da sie von ihrer Frucht leben. Selbst wenn sich ein kleines Depot gebildet hat, sollte man nicht dekantieren, damit sich der Wein nicht durch den Lufteinfluss verschließt und seine delikate Frucht verliert.
Weine in der Reifephase
Haben Weine etwa zwei Drittel ihrer Flaschenreife hinter sich, kann durch den Luftzutritt die Reife etwas beschleunigt werden. Hier gibt es aber keine einheitliche Vorgehensweise, als Faustregel gilt am ehesten: Je weiter der Wein von seiner idealen Genussreife entfernt ist, desto länger sollte man vorher dekantieren.
Reife Weine
Voll ausgereifte Weine dekantiert man in jedem Fall.
Die Vorgehensweise
- Das Dekantieren ist am leichtesten, wenn sich das Depot am Boden der Weinflasche befindet. Deshalb sollte man die Flasche ungefähr eine Woche vor dem Öffnen stehend aufbewahren, damit das Depot inzwischen auf den Flaschenboden sinkt.
- Für das Dekantieren selbst reinigt man zuerst die Glaskaraffe, um einen eventuellen Schrankton zu vermeiden und schwenkt darin einen kleinen Schluck des Weines.
- Am besten entfernt man die gesamte Kapsel und hält anschließend den Flaschenhals so über eine brennende Kerze, dass man die Flamme durch den Hals hindurch sieht. Dann gießt man den Wein vorsichtig und ohne abzusetzen in die Karaffe. Man setzt ab, sobald das Depot auf den Flaschenhals zuschwimmt, damit der Trub sauber vom Wein getrennt bleibt. Den letzten trüben Schluck kann man in ein separates Glas gießen und am Schluss genießen.
- Durch das Dekantieren in der meist zimmerwarmen Karaffe kann der Wein seine ideale Trinktemperatur schnell überschreiten, daher sollte man ihn nach dem Umgießen an einem kühlen Ort (ca. 15° C) stehen lassen.
- Dekantiert man den Wein zu kurz, kann ein Muffton das Bukett beeinträchtigen, der durch den Luftmangel in der Flasche entstanden ist. Dekantiert man zu lange, oxydiert der Wein in der Karaffe. Daher gilt als Richtlinie: Rund 10 Minuten vor dem Degustieren den Wein dekantieren.
Die ideale Trinktemperatur
Geruchs- und Geschmacksmerkmale entfalten sich bei verschiedenen Temperaturen besser oder schlechter. Daher ist die richtige Serviertemperatur ausschlaggebend für den Weingenuss:
- Bei tiefen Temperaturen kommt die Säure besonders zum Vorschein, die Bitterkeit ist kaum bemerkbar und die Süße wirkt angenehm.
- Bei hohen Temperaturen dagegen ist die Säure kaum spürbar, die Weine schmecken bitter, die Süße wirkt plump und pappig und der Alkohol fällt unangenehm auf.
- Generell sollte man sich daran halten, Weißweine nicht zu kalt und Rotweine nicht zu warm zu trinken. Ein Weißwein unter 6° verliert das Aroma und schmeckt sauer, ein Rotwein über 20° wirkt alkoholisch und plump.
Als ideale Trinktemperatur gelten
| 6-8° |
Reife Chardonnays und Sauternes
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13-15° |
Gamay, junge Merlots, junge Pinot Noir Weine
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15-17° |
Junger Bordeaux, leichter Cabernet, Barbera, Merlot
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16-18° |
Große Burgunder, Bordeaux, Italiener, Spanier, Kalifornier
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17-19° |
Barolo, Reciotto Amarone
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Kühlen
Nachdem man den Weißwein aus dem Keller geholt hat, kühlt man ihn am besten im Eiskübel kurz vor dem Degustieren auf die richtige Temperatur. Der Wein kann auch im Kühlschrank auf die ideale Trinktemperatur gebracht werden. Dabei muss aber beachtet werden, dass der Kühlschrank meistens 3-4° hat und somit zu kalt ist. Da sich der Wein beim Einschenken sofort erwärmt, sollte er immer ungefähr 2° unter der Trinktemperatur serviert werden.
Chambrieren
Unter „Chambrieren“ versteht man, den Wein sorgfältig von der Kellertemperatur von ca. 10° auf Raumtemperatur zu bringen. Entsprechend dem Frankreich es vorigen Jahrhunderts meint man damit eine Temperatur von 16 bis maximal 18°.